Evaluationsergebnisse Lehrertraining

Standardmäßig fand in allen Trainingsveranstaltungen in der letzten Sitzung eine Gruppendiskussion über positive bzw. negative Aspekte statt.

Zusätzlich wurden folgende Fragebögen eingesetzt:

 

Ergebnisse der Evaluation

Bewertung der Veranstaltungen

Sowohl die Rückmeldungen über die Abschlussrunde wie auch die über die Feedbackbögen waren ausgesprochen positiv, wobei die Bewertungen bei den späteren Gruppen noch positiver waren als bei den ersten.

Selbstwirksamkeitserwartungen

Um die Eignung des Fragebogens zur Erfassung der Selbstwirksamkeitserwartungen zu testen, wurde er zum ersten Mal in einer Trainingsgruppe zu Beginn des Jahres 1997 eingesetzt. Es zeigten sich die erwarteten Veränderungen in Richtung gesteigerter Selbstwirksamkeitserwartung nach dem Training (vgl. Tabelle 1). Diese Veränderungen waren trotz der geringen Stichprobengröße von N = 7 zum Teil sogar signifikant. Aufgrund dieser erfreulichen Resultate wurde der Fragebogen im folgenden weitgehend unverändert beibehalten, lediglich die Skala zur Erfassung der Selbstwirksamkeitserwartungen gegenüber Gewaltsituationen wurde um einige Items erweitert.

Tabelle 1: Ergebnisse Training 1. Gruppe (N=7, gerechnet wurden t-Tests für Parallelstichproben -einseitige Fragestellung)

Merkmal

Prä

Post

p

Generalisierte Kompetenzerwartung

24,14

25,29

ns

Selbstwirks. bez. Beruflicher Leistungserwartungen

16,00

15,57

ns

Selbstwirks. bez. Berufsbez. sozial. Interaktionen

19,29

20,71

+

Selbstwirks. bez. Umgang mit Streß u. Emotionen

22,42

24,00

**

Sorge vor Überforderung

6,43

5,71

ns

Beruf ist Herausforderung

9,71

10,14

ns

Selbstwirks. bez. Gewaltsituationen

6,43

7,57

**

Leider konnten diese positiven Veränderungen in den weiteren Trainingsgruppen nur zum Teil repliziert werden (vgl. Tabelle 2).

In einer Kontrollgruppe von 14 Studierenden, die keine Projektveranstaltung besuchten, ergab sich bei keiner der erfassten Variablen eine signifikante Veränderung. Insgesamt zeigen die Befunde kein klares Bild. In den Gruppen T3, T4 und T5 zeigen sich fast keine signifikanten Veränderungen und in der Gruppe T3 nimmt die Selbstwirksamkeitserwartung gegenüber Gewaltsituationen sogar ab. Andererseits ist gerade in dieser Gruppe die Bewertung der Veranstaltung - erfasst über die Feedbackbögen - besonders positiv.

 Tabelle 2: Ergebnisse der Trainingsgruppen 2 bis 5.

Merkmal

T2 (N=6)

T3 (N=10)

T4 (N=8)

T5 (N=4)

Generalisierte Kompetenzerwartung

+

ns

ns

ns

Selbstwirks. bez. beruflicher Leistungserwartungen

ns

ns

ns

ns

Selbstwirks. bez. berufsbez. sozial. Interaktionen

+

ns

ns

ns

Selbstwirks. bez. Umgang mit Stress u. Emotionen

ns

+

ns

*

Sorge vor Überforderung

ns

ns

ns

ns

Beruf ist Herausforderung

*

ns

ns

ns

Selbstwirks. bez. Gewaltsituationen

+

*
(Abnahme!)

ns

ns

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es scheint so zu sein, dass hier zwei gegenläufige Tendenzen wirken: Einerseits lernen die Teilnehmer Fertigkeiten, die ihre Selbstwirksamkeit erhöhen, auf der anderen Seite ist das Training für viele Teilnehmer auch die erste Gelegenheit, sich selbst in einer realen (Spiel-)Situation zu erleben, was wahrscheinlich für manche die Konsequenz hat, ihre vorher unrealistisch hohe Selbstwirksamkeitserwartung zu senken. Weitere Untersuchungen müssten versuchen, hier mehr Klarheit zu schaffen. So ist das Bild widersprüchlich: Einerseits sind die Bewertungen durch die Teilnehmer ausgesprochen positiv, andererseits lässt sich gerade in den als besonders positiv bewerteten Gruppen keine Zunahme der Selbstwirksamkeitserwartung nachweisen.


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letztes Update: 05.08.2011