Vorschläge für modifizierte Rollenspiele

Volker Brattig Berufsbildungswerk Annastift


R

 

Situation: Sie sitzen an der Theke eines Schnellimbisses und fragen die Bedienung nach der Zusammensetzung eines Fertigsalates und der Geschmacksrichtung der Sauce. Nachdem Sie die Auskunft erhalten haben, bedanken sie sich kurz und bestellen etwas anderes zum Essen. Verhaltensweise: Zeigen Sie zunächst Interesse für die Auskunft und hören Sie zu, wenn Sie ein anderes Gericht bestellen.
Situation: Ein Vertreter spricht Sie auf der Wohnetage an und bietet höflich Versicherungsverträge an. Sie antworten: "Ich habe kein Interesse daran" und wenden sich ab. Verhaltensweise: Seien Sie freundlich, aber bestimmt. Schauen Sie den Vertreter direkt an.
Situation: Sie essen im Speiseraum zu Mittag. Sie stellen fest, daß sie noch Hunger haben und holen einen Nachschlag. An der Essenausgabe stehen einige zum Essen holen an. Gehen Sie vorn zum ersten und bitten Sie ihn, daß er sie an die Ausgabe läßt, um den Nachschlag zu holen. Verhaltensweise: Seien Sie freundlich. Bitten Sie darum, vorgelassen zu werden. Halten sie dabei Blickkontakt. Weisen Sie daraufhin, daß dies Vorgehen üblich ist. Danken Sie ihm für sein Verständnis.

B

Situation: Sie bitten Ihre/n Zimmermitbewohner/in, seine/ihre Sachen immer bitte gleich aufzuräumen, statt sie unaufgeräumt im Zimmer herumfliegen zu lassen. Verhaltensweise: Statt anzuklagen, machen Sie den Unterschied in Ihren Gefühlen klar, der durch Aufräumen oder Nichtaufräumen ausgelöst wird. Sehen Sie Ihre/n Zimmermitbewohner/in an und verwenden Sie so oft wie möglich das Wörtchen "Ich".
Situation: Auf Ihrer Wohnetage fallen nach einer gemeinsamen Feier Aufräumarbeiten an. Sie haben den Ihnen zustehenden Teil übernommen. Ein/e andere/r BewohnerIn der Etage, die mitgefeiert hat, hat sich bis jetzt um die Arbeit gedrückt. Sie bitten ihn/sie die Arbeit zu übernehmen. Verhaltensweise: Bringen Sie zum Ausdruck, daß Sie es nur fair finden, wenn er/sie jetzt diese Arbeit übernimmt, und schreiben Sie ihre Gefühle des Ärgers im Falle, daß er/sie die Arbeit nicht übernehmen will. Zeigen Sie ihm/ihr, daß unkooperatives Verhalten die Partnerschaft, bzw. Zusammenleben belastet, indem Sie das Wort "Ich" benutzen und Ihre Gefühle beschreiben. Sehen Sie ihn/sie dabei an.
Situation: Sie werden von einem/r Rehabilitanden/in angesprochen, sich mit ihm/ihr eine Arbeit für die Berufsschule vorzubereiten. Sie haben selber private Verpflichtungen, sind aber nicht ganz abgeneigt. Verhaltensweise: Legen sie ihre Verpflichtungen kurz dar. Verabreden Sie einen für sich günstigen Termin. Sprechen Sie in "Ich-Form". Bringen Sie ihre Freude über die gelungene Verabredung zum Ausdruck.

S

Situation: Für eine Familienangelegenheit benötigen Sie 1 Tag Freistellung und Sie haben schon die offiziell gewährten Freistellungstage bereits genommen. Versuchen Sie trotzdem die Ausbildungsleitung dazu zu bringen, Ihnen diesen einen Tag zu gewähren. Verhaltensweise: Bringen Sie Ihr Anliegen freundlich vor, lassen Sie die Ausbildungsleitung erkennen, daß Ihnen das Problem des zusätzlichen Urlaubs bewußt ist. Betonen Sie gleichzeitig, wie wichtig diese Angelegenheit für sie ist. Verstärken Sie die Ausbildungsleitung für das kleinste Entgegenkommen.
Situation: Aufgrund einer persönlichen Notlage benötigen sie die Bearbeitung Ihres Antrags auf Ausbildungs-/Übergangsgeld bis zu einem bestimmten Termin. Der Beamte teilt Ihnen jedoch mit, daß die Bearbeitungszeiten weit länger dauern. Versuchen Sie, den Beamten zu einer bevorzugten Behandlung Ihres Anliegens zu bewegen. Verhaltensweise: Seien Sie freundlich, appelieren Sie an die Sachkenntnis und Befugnis des anderen. Hier hat es keinen Zweck, auf einem vermeintlichen Recht zu bestehen. Versuchen Sie vielmehr, alle entgegenkommenden Äußerungen zu verstärken ("Hm", "Richtig", Kopfnicken, Blickkontakt ect.) und alle Einwände zu ignorieren. Heben Sie Äußerungen, die besonders weiterführend sind,, auch dadurch hervor, daß Sie etwa sagen: "Sie sagten vorhin, daß...", "Sie meinen also...".
Situation: Es steht ein Heimfahrtswochenende bevor, an dem alle Internatsbewohner nach Hause fahren müssen. Sie haben nicht genügend Fahrgeld mehr. Versuchen Sie vom Sozialdienstmitarbeiter/in Geld auszuleihen. Verhaltensweise: Sprechen Sie den/die Mitarbeiter/in freundlich an. Erklären Sie ihm/r Ihre schwierige Situation. Zeigen Sie Verständnis für sein/e Bedenken. Machen sie ihm deutlich, welche Erleichterung seine Bereitschaft Ihnen geben würde. Bedanken Sie sich, wenn er/sie Ihnen Geld leiht.

Wenn Sie möchten, können Sie diese Situationen als WinWord-Dokument herunterladen (Brattro.ZIP, 4,5 KB)!

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letztes Update: 30.04.2015